13. Götzenopferfleisch

Manche Christen haben Angst, allein durch die versehentliche Einnahme von homöopathischen Globuli oder anderen naturheilkundlichen Medikamenten mit irgendwelchen bösen Mächten „infiziert“ zu werden, weil diese durch ständiges Schütteln und Verdünnen mit vermeintlichen „geistartigen Kräften“ versetzt worden sind.

Ein Medikament kann aber nicht Träger einer geistartigen oder spirituellen Kraft sein, es sei denn, Sie glauben daran und geben dadurch geistartigen Kraft Macht.

Die ersten Christen im antiken, griechischen Korinth hatten ein ähnliches Problem: Sie hatten Angst, von dem „Götzenopferfleisch“, welches sie eventuell unwissentlich verzehrten, mit „bösen Geistern“ verunreinigt zu werden.

Auf dem Markt in Korinth wurde Fleisch angeboten, welches zum Teil den Götzen durch rituelle Handlungen geweiht wurde. Nun wusste man nicht welches Fleisch, das auf dem Markt angeboten wurde, den Götzen geweiht wurde und welches nicht. Man konnte sich beim Fleischverzehr nicht sicher sein, ob es vielleicht Götzenopferfleisch war und man damit beim Verzehr mit bösen Geistern „infiziert“ werden könnte.

Auch hatten die Christen in Korinth Bedenken, Fleisch zu verzehren, das ihnen bei einer Einladung von Nichtchristen (Heiden) angeboten wurde. Auch hier bestand ihrer Meinung nach die Gefahr der „Infektion“ mit bösen Geistern. Das Götzenopferfleisch war so sehr zum Problem in der Korinther Gemeinde geworden, dass sich der Apostel Paulus der Sache annahm und im ersten Brief an die Korinther im achten und zehnten Kapitel hierzu Stellung nahm. Paulus schreibt in Kapitel 10,14, dass sie den Götzendienst nicht praktizieren sollen, aber (einige Verse weiter) alles Fleisch auf dem Markt kaufen und verzehren dürfen. Sie sollen mit dem vielen Nachforschen ihr Gewissen (ihren Geist) nicht beschweren. Auch dürfen sie, wenn sie bei Ungläubigen eingeladen sind, alles essen, was ihnen aufgetischt wird und sollen auch hier keine Nachforschungen anstellen, damit sie ihr Gewissen nicht beschweren (Kapitel 10 ab Vers 25).

Wer aber das Fleisch als Götzenopfer isst (also als Opfer für den Götzen anerkennt), der wird sein Gewissen (seinen Geist) damit beschweren (1.Korinther 8,7).

Es kommt also auf die Geisteshaltung an. Wer es als Opfer für den Götzen anerkennt und isst, der beschwert sein Gewissen damit und begeht Sünde. Wer das Fleisch einfach nur als Fleisch isst (egal ob es Götzen geopfert wurde), dem kann es nichts anhaben. Fleisch und andere Nahrungsmittel können nicht Träger eines okkulten Geistes sein und können unseren Geist damit auch nicht beeinflussen.

Im Kapitel 14 des Römerbriefes schreibt Paulus, dass wir als Christen alles essen dürfen. Die Nahrung macht uns Christen nicht unrein, nur wenn wir das Essen mit irgendwelchen kultischen Riten oder religiös – unnützen Regeln belegen, dann kann es unser Gewissen (unseren Geist) beeinflussen.

Jesus sagt in Matthäus 15,11: Was zum Mund hineingeht, das macht den Menschen nicht unrein; sondern was aus dem Mund heraus kommt (z. B. böse Worte), das macht den Menschen unrein.“ Was aber in diesem Zusammenhang zur Gefahr für Christen werden könnte, ist das ständige Nachforschen. Manche Christen sind aus der Angst heraus, sich an irgendwelchen Methoden, Maßnahmen oder Gegenständen zu verunreinigen, so sehr damit beschäftigt, Nachforschungen anzustellen und alles zu kritisch zu hinterfragen, dass sie damit ihr Gewissen beschweren. Dieses zu viele Nachforschen und Hinterfragen führt dazu, dass manche Christen ein eingeschränktes, gesetzliches und eingeengtes Leben führen, weil sie hinter allem den Teufel vermuten. Sie beschneiden sich damit in ihrer Lebensfreude, sind sich und anderen gegenüber sehr gesetzlich und finden an allem etwas auszusetzen. Ihr Gewissen ist durch zu viel Nachforschen und Hinterfragen belastet. Paulus schreibt aber gerade in diesem Zusammenhang, dass wir durch Nachforschen nicht unser Gewissen beschweren sollen (1.Korinther 10,25-27). Durch zu viel Nachforschen nehmen wir Schaden und können nicht die ganze Freiheit erleben, zu der Christus uns befreit hat.

Der Apostel Paulus schreibt in Galater 5,1: Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen!“

 

 

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