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3. Rechtliche Grundlagen
Der Heilpraktiker, der Geistheiler

6. Heilen mit Nichts – Warum helfen nutzlose Therapien?

Wenn man dem Buch der Stiftung Warentest „Die Andere Medizin“ und ihrem Resümee über alternative Heilmethoden Glauben schenken will, so bleiben die meisten alternativen Diagnose- und Heilverfahren ohne Wirkungsnachweis. Einige Methoden wurden unter wissenschaftlichen Bedingungen (Doppelblindstudien, klinische Studien, Metaanalyse usw.) getestet. Bei vielen Methoden konnte keine Wirkung nachgewiesen werden. Sie sind nicht wirksam und können nicht helfen, so das Fazit.
Wenn ich auch nicht ganz diese Ansicht teile, so habe ich doch mit einigen Naturheilverfahren, neben meinen christlichen Bedenken, auch ein fachliches Problem. Ich bin auch als Heilpraktiker der Meinung, dass einige Methoden nicht wirklich wirken können und dass manche Methoden völlig fachlicher Quatsch sind.
Der Apostel Paulus schreibt in Kolosser 2,8: Seht zu, dass euch niemand einfange durch Philosophie und leeren Trug, gegründet auf die Lehre von Menschen und auf die Mächte der Welt und nicht auf Christus.
Manche alternativen Heilmethoden sind für mich „leerer Trug“ gegründet auf der Lehre von (fehlbaren) Menschen.
Welche Methoden dies sind, lasse ich offen, da es hier in diesem Buch nur um die Beurteilung der Naturheilverfahren aus christlicher Sicht geht und die fachliche Beurteilung meistens unberücksichtigt bleibt.
Warum erfahren aber dann einige Menschen Besserung, Linderung oder gar Heilung ihrer Beschwerden und Erkrankungen? Wie kann das sein?
Manche Christen glauben, wenn Heilverfahren helfen, die eigentlich gar nicht wirklich helfen können, dann muss irgendein „Geist“ dahinter stecken. Es besteht bei manchen Christen die Ansicht, dass bei allen alternativen Heilmethoden, deren Nutzen nicht eindeutig wissenschaftlich belegt ist und die doch helfen, irgendein „böser Geist“ dahinter stecken muss.
Meistens hat dies aber ganz einfache, natürliche Gründe warum nutzlose Therapien anscheinend doch helfen.
Hier einige Antworten:

Placeboeffekt
Ein Placebo ist ein Medikament, welches keinen Wirkstoff enthält, aber dennoch einen positiven Effekt auf den Heilungsverlauf hat. Im weiteren Sinne werden alle Maßnahmen und Behandlungen die keine Wirkung haben können, aber dennoch positiv auf den Heilungsverlauf wirken als Placebo bezeichnet.
Die Wissenschaft hat sich mit dem Placeboeffekt immer wieder beschäftigt und einiges Interessante dabei entdeckt.
So hat man herausgefunden, dass der Placeboeffekt bei allen Therapien mehr oder weniger eine Rolle spielt, auch bei den Therapien, die einen nachgewiesenen und wissenschaftlich anerkannten Wirkungsweg haben. Man hat sogar herausgefunden, dass der Placeboeffekt bei einigen Krankheitsbildern (z. B. Reizdarmsyndrom) das wirksamste Werkzeug des Arztes ist.
Der Placeboeffekt kann durch einige Einflüsse wie zum Beispiel Größe und Farbe der Tablette, Gestaltung des Behandlungszimmers, Auftreten, Autorität und Bekanntheitsgrad des Therapeuten verstärkt werden. So konnte auch 2008 experimentell nachgewiesen werden, dass alleine ein hoher Preis der Scheinbehandlung zu einer Verstärkung des Placeboeffekts führt.
Untersuchungen haben gezeigt, dass bei einer Placebobehandlung erhöhte Aktivitäten in bestimmten Hirnarealen auftreten und dass es zu biochemischen Prozessen, wie zum Beispiel zur Ausschüttung von Hormonen kommen kann. Diese biochemischen Prozesse im Körper führen zu verstärkten heilenden Aktivitäten. Selbstheilungsprozesse werden dadurch angeregt.

Zeit löst Probleme
In meiner früheren Tätigkeit als Physiotherapeut hatten wir in unserem Rehazentrum eine lange Warteliste von 5-6 Wochen. Als dann nach 5-6 Wochen die Behandlung endlich losging, kamen die Betroffenen beschwerdefrei zu uns in die Behandlung. Das Problem hat sich von selbst erledigt. Hätte ich gleich oder noch in der Zeit, als die Beschwerden da waren mit der Behandlung begonnen und die Beschwerden wären dann weggegangen, so hätte man das als meinen Behandlungserfolg gewertet. Egal welche Behandlungsmethode ich in diesem Fall angewandt hätte, ich hätte die dümmste Therapie der Welt wählen können, der Patient wäre auf jeden Fall beschwerdefrei geworden und hätte dies meiner Therapie zugeschrieben.
Es ist tatsächlich so, dass viele Erkrankungen und Beschwerden über kurz oder lang von selbst verschwinden, das kommt häufig vor. Die Zeit arbeitet für den Therapeuten.

Momentane Verbesserung
Einige Beschwerden erfahren bei bestimmten Situationen eine momentane Verbesserung. So kann es sein, dass sich Rückenbeschwerden im Liegen verbessern, aber 1-3 Stunden nach dem Aufstehen wieder genauso stark da sind. Nehme ich nun als Therapeut an dem Patient mit Rückenschmerzen im Liegen irgendeine Behandlung vor, egal welche, der Patient wird hinterher mit weniger oder gar keinen Rückenschmerzen aufstehen. Er wird dies auf die Behandlung zurückführen.

Wohlfühleffekt
Der Wohlfühleffekt ist bei vielen Behandlungen nicht zu unterschätzen. Viele alternative Heilverfahren laufen sehr entspannt und in einer ruhigen Umgebung ab. Viele Methoden sind an sich von ihrer Anwendung her sehr angenehm. Zudem nimmt sich der Behandler sehr viel Zeit, hört zu und nimmt die Probleme und Beschwerden ernst. Das schätzen viele Menschen. Wann hört uns denn in dieser schnelllebigen Zeit noch jemand wirklich zu oder nimmt uns wirklich ernst. Vertrauen und sich angenommen fühlen, ist uns wichtiger als wir denken und spüren. Kann dies ein Therapeut gewährleisten, so ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass auch seine Therapie eine hohe Akzeptanz hat und die Beschwerden zumindest für einige Zeit erträglicher werden.  
Auch entsteht über den Wohlfühleffekt der Eindruck, dass die Behandlung geholfen hat.
Der Wohlfühleffekt lässt sich folgendermaßen erklären:
Das limbische System, im Gehirn des Menschen, gilt als Schnittstelle zwischen Seele und Körper. Es bewertet und verarbeitet Emotionen. Dinge, die uns angenehm erscheinen, uns gut tun setzten im limbischen System „Glückshormone“ frei. Über das angenehme Empfinden entsteht der Eindruck, dass die Behandlung geholfen hat, man fühlt sich wohl.

Grundsätzlich genießen auch Maßnahmen, bei denen der Patient nichts tun muss und an ihm etwas vorgenommen wird und das auch noch durch sanfte Anwendungen von vornherein eine höhere Akzeptanz. Man muss nichts tun und die Maßnahme ist sehr angenehm, dadurch wird das angewendete Verfahren als positiv bewertet. Was gut tut, hilft anscheinend auch.

Hokuspokus
Hokuspokus hat eine faszinierende Wirkung auf uns. Manche Therapeuten finden anscheinend Ursachen für Krankheiten in weiter entfernt liegenden Körperregionen. So ist für ein Knieproblem anscheinend die Niere (laut Osteopathie) schuld oder wenn die rechte Schulter Probleme macht, kann die Leber schuld sein. Viele Heilpraktiker stellen anscheinende Beinlängendifferenzen fest (vor allem Dorntherapeuten) und geben dies als Ursache für Rückenbeschwerden oder Kopfschmerzen an. Andere Therapeuten machen Darmpilze für alle Beschwerden verantwortlich. Aufgrund der anscheinend festgestellten Ursachen wird oft weit entfernt von den eigentlichen Beschwerden therapiert.
Das macht Eindruck auf die Patienten. Endlich sind die (anscheinend) wirklichen Ursachen für die Erkrankung gefunden, endlich wird das Problem (anscheinend) ganzheitlich gelöst.
Je geheimnisvoller, je mystischer die anscheinenden Zusammenhänge und Ursachen sind, desto beeindruckender ist es. Solche Therapeuten genießen oft einen großen Vertrauensvorschuss - leider. Manche Therapeuten können tun und lassen was sie wollen, die Leute finden es total toll und sind beeindruckt, obwohl die Therapien nur kurze Linderung bringen und keine wirkliche Heilung eintritt.
Für mich als Christ wird es hier eng. Das geht schon in die Richtung Scharlatanerie, Suggestion und Manipulation. Die Übergänge hierzu sind sehr fließend und liegen oft nahe beisammen. Das führt mich zum nächsten Punkt, der Suggestion.

Suggestion
Die Suggestion ist eine Manipulation, die als solche nicht wahrgenommen wird. Es ist eine Beeinflussung von Denken, Handeln und Fühlen, ohne dass wir dies bemerken oder zumindest zeitweise nicht wahrnehmen. Das Wort Suggestion kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie Hinzufügung oder Eingebung. Es ist eine Willensbeeinflussung, mit deren Hilfe man Macht ausüben und die Betroffenen manipulieren kann.
Wir Menschen neigen zur Suggestion, wir lassen uns gerne etwas vormachen, auch wenn wir das nicht gerne glauben wollen. Wir halten uns für aufgeklärt und meinen den Durch- und Überblick zu haben.
Wir haben ein Problem mit der Wahrheit. Was ist die Wahrheit? Die Wahrheit ist eine Person und heißt Jesus Christus. Er sagt von sich, dass er der Weg, die Wahrheit und das Leben ist und dass niemand zum Vater (Gott-Vater) kommt, denn durch ihn (Johannes 14,6). Jesus ist der Sohn Gottes (Lukas 22,70) und in die Welt gekommen um von der Wahrheit zu zeugen (Johannes 18,37). Es gibt keine Wahrheit außer Jesus.
Seit dem Sündenfall von Adam und Eva hat der Teufel entscheidenden Einfluss auf unser Leben. Der Teufel wird auch als Vater der Lüge bezeichnet (Johannes 8,44). Er ist ein Durcheinanderwerfer (griechisch diabolos), er vermischt Wahrheit mit Lüge und zwar so, dass man nicht mehr klar erkennen kann, was den nun wirklich stimmt. Der Teufel wirkt im Verborgenen (okkult), er will unerkannt bleiben. Er ist listig, herrscht in der Finsternis zusammen mit bösen Geistern (Epheser 6, 11-12). Wir sind nur gegen den Teufel gewappnet, wenn wir unter Gottes Schutz stehen und seine „Waffenrüstung“ tragen (Epheser 6,10-18). Der Teufel will uns, ohne dass wir dies bemerken, beeinflussen. Er manipuliert uns unbemerkt und kann somit Macht ausüben.
Seit dem Sündenfall haben wir ein Problem, Wahrheit und Echtheit zu erkennen. Wir haben uns von der Wahrheit (Jesus, dem Sohn Gottes) losgesagt und wollen unser eigenes Leben, ohne Gott leben. Dafür zahlen wir einen hohen Preis, unter anderem den, dass wir manipulierbar geworden und suggestiv veranlagt sind.
Wir geben uns gerne Illusionen hin, lassen uns gerne was vormachen, weil wir suggestiv veranlagt sind. Moderne Gaukler und Scharlatane bedienen sich dieser Veranlagung in uns, in der Naturheilkunde und in allen anderen Bereichen unseres Lebens.
Viele Therapeuten arbeiten mit Suggestion (ohne dass sie es, zum Teil, selbst wissen) und geben mehr vor als in Wirklichkeit ist. Es wird eine nutzlose (Schein)Heilbehandlung vorgenommen, die nicht wirklich helfen kann, aber der Patient ist dennoch sehr beeindruckt und fühlt eine Verbesserung seiner Beschwerden. Dies kann den Placeboeffekt verstärken.
Einige Therapieverfahren können nicht helfen, haben aber einen hohen suggestiven Anteil und viele Menschen gehen gerne darauf ein. 
Das muss ich als Christ ablehnen.

Verborgenes Heilswissen
Vor dem Sündenfall war der Mensch Gott im Paradies ganz nahe. Es gab keine Krankheit, es war alles heil. Seit dem Sündenfall ist diese innige Gemeinschaft mit Gott zerbrochen. Unheil ist in diese Welt gekommen („Ist-Zustand“). Der Mensch ist auf der Suche nach Gott, nach dem Urzustand („Soll-Zustand“) der einmal gewesen ist. Das Wissen darüber ist noch da, wir sehnen uns danach (nach dem „Soll-Zustand“), ohne dass wir es merken. Doch stimmt der „Ist-Zustand“ mit dem „Soll-Zustand“ nicht überein. Unheil und Krankheit ist der „Ist-Zustand“, Gesundheit und das Heil Gottes ist der „Soll-Zustand“.
Bei Krankheit weicht der Ist- vom Soll-Zustand ab. Doch ist das Wissen über das Heil Gottes, der „Soll-Zustand“ in unserem Geist vorhanden. Krankenbehandlungen, egal ob sie wirklich helfen können oder nicht, setzen eine Hoffnung in Gang, die reparative Selbstheilungskräfte aktiviert, auf geistigem Weg, um damit den Soll-Zustand wiederherzustellen. Der menschliche Geist ist bestrebt, den Sollzustand wiederherzustellen.
Krankenbehandlungen, gerade auch sanfte, harmonische, wohltuende Verfahren regen diese geistigen Selbstheilungskräfte an, die sich auf Körper und Seele gesundmachend auswirken können. Der Geist wird aktiv, den Soll-Zustand wiederherzustellen und das wirkt sich körperlich oder seelisch aus. Natürlich gibt es auch Krankenbehandlungen, die auf anderen, nicht geistigen Wegen die Selbstheilungskräfte natürlich aktivieren. Vielleicht ist ein gewisser geistiger Anteil bei jeder Krankenbehandlung dabei. Die Frage ist nur, wie viel. Jede Behandlung setzt eine Hoffnung auf Heilung in Gang.
Je mehr die Krankenbehandlung in den Bereich der kosmischen oder energetischen Kräfte geht, je höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass zu dem geistigen Anteil auch ein spiritueller Anteil hinzukommt. Geistheilbehandlungen gehen direkt auf den Geist ein, dabei soll der eigene Geist aktiviert oder andere außenstehende Geister aktiviert werden.
Gerade wenn der eigene Geist oder andere Geister mit ins Spiel kommen, wird es für mich als Christ bedenklich.
Der Geist kann zwar gesund machen, aber nicht heilen im biblischen Sinne. An verschiedenen Stellen dieser Internetpräsenz weise ich darauf hin. Vielleicht hat das „Verborgene Heilswissen“ etwas mit dem Placeboeffekt und der Suggestion zu tun. Jede Behandlung, auch Scheinbehandlungen, lösen eine Hoffnung, eine Vorstellung in unserem Geist aus, die zur Aktivierung des verborgenen Heilswissens führen und somit reparative Aktivitäten in Gang setzen können. Manche bezeichnen den Placeboeffekt als eine „Medizin des Glaubens“. Es geht darum, dass die Behandlung eine Hoffnung, eine Erwartung weckt und je mehr dies geweckt und geschürt wird, desto mehr kann die „Medizin des Glaubens“ wirken, je mehr wird das verborgene Heilswissen aktiviert.
Manche Therapeuten (gerade auch Alternativtherapeuten) verstehen es stärker als andere, durch ihr Auftreten (z. B. Ausstrahlung), durch ihre Autorität, durch die Art, wie sie die Behandlungen durchführen, Hoffnungen und Erwartungen in den Patienten zu wecken und somit, auf geistigem oder spirituellem Wege, die „Medizin des Glaubens“ zu aktivieren.
Manche Alternativtherapeuten arbeiten fast ausschließlich im Bereich des verborgenen Heilswissens. Sie verstehen es mittels Suggestion und ihrer Vollmacht, Kräfte in anderen zu wecken oder andere spirituelle Kräfte wirken zu lassen. Diese Behandler haben eine Kraft, eine Vollmacht, die sie aus ihrem Geist oder aus anderen nichtgöttlichen, spirituellen Kräften beziehen. Solche Therapeuten wissen diese Kräfte zu nutzen, auch wenn sie es selbst gar nicht merken und von der Seriosität ihrer Naturheilbehandlungen überzeugt sind. Sie bewegen sich aber auf dem Gebiet der Magie und lassen spirituelle Kräfte (Geister) für sich arbeiten. Solche Menschen werden in der Bibel als Zauberer bezeichnet. Vor Zauberei warnt uns Gott ausdrücklich, damit bedient man sich finsterer Mächte, die außerhalb Gottes sind. In den weiteren Kapiteln, dieses Buches gehe ich darauf ein.
Auch sehr seriöse Therapeuten, die anerkannte Naturheilverfahren praktizieren, arbeiten zum Teil auch auf diesem Gebiet. Sie sind manchmal schwer zu erkennen.

 

 

 

4. Therapeuten ohne rechtliche Anerkennung

5. Fragliche Ursachen, Diagnosen und Therapien

6. Heilen mit Nichts-
Warum helfen nutzlose Therapien?

10. Was kann passieren?

11. Götzenopferfleisch

12. Gott als Bioenergie

14. Und was ist mit der Schulmedizin?

17. Schlussbemerkung