3. Rechtliche Grundlagen
Der Heilpraktiker, der Geistheiler |
11. Götzenopferfleisch
Manche Christen haben Angst, allein durch die versehentliche Einnahme von homöopathischen Globuli oder anderen naturheilkundlichen Medikamenten, mit irgendwelchen bösen Mächten „infiziert“ zu werden, weil diese durch ständiges Schütteln (dynamisieren – siehe unter Homöopathie) und Verdünnen mit „geistartigen Kräften“ versetzt worden sind.
Ein Medikament kann aber nicht Träger einer geistartigen – spirituellen Kraft sein, es sei denn, Sie glauben daran und geben dadurch der „geistartigen Kraft“ Macht.
Die ersten Christen im antiken, griechischen Korinth hatten ein ähnliches Problem: Sie hatten Angst an dem Götzenopferfleisch, welches sie vielleicht unwissentlich verzehrten, unrein und damit mit „bösen Geistern“ verunreinigt zu werden.
Auf dem Markt in Korinth wurde Fleisch angeboten, welches zum Teil den Götzen durch rituelle Handlungen geweiht wurde. Nun wusste man nicht welches Fleisch, das auf dem Markt angeboten wurde, den Götzen geweiht wurde und welches nicht. Man konnte sich, beim Fleischverzehr, nicht sicher sein, ob es vielleicht Götzenopferfleisch war und man damit beim Verzehr mit bösen Geistern „infiziert“ werden könnte.
Auch hatten die Christen in Korinth bedenken, Fleisch zu verzehren, das ihnen bei einer Einladung von Nichtchristen (Heiden) angeboten wurde. Auch hier bestand, ihrer Meinung nach, die Gefahr der „Infektion“ mit bösen Geistern. Das Götzenopferfleisch war so sehr zum Problem in der Korinther Gemeinde geworden, sodass sich der Apostel Paulus dieser Sache annahm und im ersten Brief an die Korinther im achten und zehnten Kapitel dazu Stellung nahm. Paulus schreibt in Kapitel 10,14, dass sie den Götzendienst nicht praktizieren sollen, aber (einige Verse weiter) alles Fleisch auf dem Markt kaufen und verzehren dürfen. Sie sollen mit dem vielen Nachforschen ihr Gewissen (ihren Geist) nicht beschweren. Auch dürfen sie, wenn sie bei Ungläubigen eingeladen sind, alles essen was ihnen aufgetischt wird und sollen auch hier keine Nachforschungen anstellen, damit sie ihr Gewissen nicht beschweren (Kapitel 10 ab Vers 25).
Wer aber das Fleisch als Götzenopfer isst (also als Opfer für den Götzen anerkennt), der wird sein Gewissen (seinen Geist) damit beschweren (1.Korinther 8,7).
Es kommt also auf die Geisteshaltung an. Wer es als Opfer für den Götzen anerkennt und isst, der beschwert sein Gewissen damit und begeht Sünde. Wer das Fleisch einfach nur als Fleisch isst (egal ob es irgendwelchen Götzen geopfert wurde), dem kann es nichts anhaben. Fleisch und andere Nahrungsmittel können nicht Träger irgendeines Geistes sein und können unseren Geist damit auch nicht beeinflussen.
Im Kapitel 14 des Römerbriefes schreibt Paulus, dass wir als Christen alles essen dürfen. Die Nahrung macht uns Christen nicht unrein, nur wenn wir das Essen mit irgendwelchen kultischen Riten oder religiösen – unnützen Regeln belegen, dann kann es unser Gewissen (unseren Geist) beeinflussen.
Jesus sagt in Matthäus 15,11: Was zum Mund hineingeht, das macht den Menschen nicht unrein; sondern was aus dem Mund herauskommt (z. B. böse Worte), das macht den Menschen unrein.
Was aber zur Gefahr für Christen, in diesem Zusammenhang, werden könnte, ist das ständige Nachforschen. Manche Christen sind, aus der Angst heraus sich an irgendwelchen Methoden, Maßnahmen oder Gegenständen zu verunreinigen, so sehr damit beschäftigt Nachforschungen anzustellen und alles zu kritisch zu hinterfragen, sodass sie damit ihr Gewissen beschweren. Dieses zu viele Nachforschen und Hinterfragen führt dazu, dass manche Christen ein zu eingeschränktes, gesetzliches und eingeengtes Leben führen, weil sie hinter allem den Teufel vermuten. Sie beschneiden sich damit in ihrer Lebensfreude und sind sich und anderen gegenüber sehr gesetzlich und finden an allem etwas auszusetzen. Ihr Gewissen ist durch zu viel Nachforschen und Hinterfragen belastet. Paulus schreibt aber gerade, in diesem Zusammenhang, dass wir durch Nachforschen nicht unser Gewissen beschweren sollen (1.Korinther 10,25-27). Durch zu viel Nachforschen nehmen wir Schaden und können nicht die ganze Freiheit erleben zu der Christus uns befreit hat.
Der Apostel Paulus schreibt in Galater 5,1: Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen!
Was der Teufel nicht verhindern kann, das übertreibt er
Christen ist es wichtig nach den Geboten Gottes zu leben und sich nicht durch weltliches, esoterisches Gedankengut beeinflussen zu lassen, sodass der Glaube mehr und mehr verwässert wird. Sie müssen die Geister unterscheiden und entscheiden was für ihren Glauben zuträglich ist und was nicht.
Der Apostel Paulus schreibt in Epheser 5,10-11: Prüft, was dem Herrn wohlgefällig ist, und habt nicht Gemeinschaft mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis; deckt sie vielmehr auf.
Dem Teufel ist es ein Ärgernis, dass Christen prüfen. Er kann es manchmal nicht verhindern, aber er kann ihnen eine „christliche“ Falle stellen, in der Hoffnung, dass manche Christen hineintappen und es zum Beispiel mit dem Prüfen übertreiben. Daran nehmen sie auch Schaden, insofern, dass sie ein ängstliches, eingeschränktes Leben führen und ständig alles hinterfragen und ständig Angst vor bösen Geistern haben.
Christen können dann nicht zur vollen Freiheit gelangen, die Jesus für sie bereithält. Der Teufel hat dann zumindest einen Teilerfolg errungen.
Übertreibung kann auch in der Seelsorge zur Gefahr werden und zu Schaden für die Betroffenen führen. Einige christliche Seelsorger sehen gleich, wenn Probleme beim Ratsuchenden vorliegen, eine „okkulte Belastung“. Das Leben des Ratsuchenden wird dann auf esoterische Belastungen hin „abgecheckt“. Der Betroffene wird vorschnell ausführlich auf esoterische Einflüsse durch zum Beispiel Yoga, Meditation, Homöopathie, Heilsteine und andere befragt. Es besteht die Gefahr, dass nur einseitig in diesem Gebiet geforscht und zu sehr auf esoterischen Belastungen „herumgeritten“ wird. Es wir zu schnell verteufelt und dämonisiert. Dabei wird man den Problemen und Nöten des Betroffenen nicht gerecht und er kann seelischen Schaden daran nehmen. Der Teufel hat durch Übertreibung einen Sieg davongetragen.
|